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Kreatin

Kreatin ist eines der am besten untersuchten Supplements im Kraftsport. Hier erfährst du, was es ist, wie viel sinnvoll ist, welche Form du brauchst und worauf du achten solltest.

Illustration: Der Suppligator-Gator zum Thema Kreatin, daneben Produktfotos passender Produkte. (KI-generiertes Bild)

Auf einen Blick

  • Was: körpereigener Stoff aus drei Aminosäuren, steckt auch in Fleisch und Fisch
  • Übliche Menge: 3–5 g Kreatin pro Tag (ISSN), EU-Claim ab 3 g täglich
  • Zeitpunkt: täglich, die Uhrzeit ist zweitrangig
  • Beste belegte Form: Kreatin-Monohydrat
  • Gut zu wissen: 3,4 g Monohydrat ≈ 3 g Kreatin

In 3 Schritten

  1. Schritt 1: Abmessen

    Miss täglich 3–5 g Kreatin ab und rühr es in Wasser, Saft oder deinen Proteinshake.

  2. Schritt 2: Jeden Tag nehmen

    Nimm es jeden Tag, auch an trainingsfreien Tagen – ob morgens oder abends, ist zweitrangig.

  3. Schritt 3: Dranbleiben

    Trainier regelmäßig und trink über den Tag ausreichend. Die Speicher füllen sich nach etwa drei bis vier Wochen.

Illustration: KI-generiert

Was ist Kreatin?

Kreatin ist ein Stoff, den dein Körper selbst bildet – in Leber und Nieren aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin. Rund 95 Prozent davon liegen in der Skelettmuskulatur, zum großen Teil als Kreatinphosphat. Dort dient es als schneller Energiespeicher für kurze, sehr intensive Belastungen wie einen Sprint oder einen schweren Satz im Training.

Über die Ernährung kommt Kreatin vor allem mit Fleisch und Fisch dazu. Laut ESN-Schulungsunterlagen enthalten 100 g Fleisch oder Fisch etwa 0,5 g Kreatin – für 3 g am Tag wären das rund 600 g. Pflanzliche Lebensmittel enthalten praktisch kein Kreatin, deshalb interessieren sich vor allem Menschen mit vegetarischer oder veganer Ernährung für ein Supplement.

Wofür wird Kreatin verwendet?

Kreatin wird vor allem im Kraft-, Sprint- und Intervalltraining genutzt. Für Kreatin gibt es in der EU zwei zugelassene gesundheitsbezogene Angaben:

  • Kreatin erhöht die körperliche Leistung bei Schnellkrafttraining im Rahmen kurzzeitiger intensiver körperlicher Betätigung. Bedingung: Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 3 g Kreatin ein; die Angabe richtet sich an Erwachsene, die regelmäßig intensiv trainieren (VO (EU) 432/2012).
  • Die tägliche Aufnahme von Kreatin kann die Wirkung von Krafttraining auf die Muskelkraft bei Erwachsenen über 55 Jahren verstärken. Bedingung: 3 g Kreatin täglich in Verbindung mit regelmäßigem Krafttraining (Durchführungsverordnung (EU) 2017/672).

Andere Versprechen – etwa zu Konzentration, Gedächtnis oder „mehr Energie im Alltag“ – sind nicht zugelassen. Einzelne Studien dazu gibt es, sie reichen aber nicht für eine Werbeaussage.

Wie viel Kreatin ist sinnvoll?

Die Internationale Gesellschaft für Sporternährung (ISSN) nennt in ihrem Positionspapier 3–5 g Kreatin-Monohydrat pro Tag als übliche Erhaltungsmenge. Die Speicher füllen sich damit nach etwa drei bis vier Wochen.

Schneller geht es mit einer Ladephase: rund 20 g pro Tag, verteilt auf vier Portionen, für fünf bis sieben Tage, danach 3–5 g täglich. Nötig ist sie nicht – am Ende sind die Speicher bei beiden Wegen gleich voll. ESN empfiehlt in seinen Unterlagen, mit 3 g pro Tag zu starten und bis 5 g zu gehen; sehr muskulöse Personen nehmen laut ESN bis zu 1 g pro 10 kg Körpergewicht.

Wichtig für den EU-Claim: Gemeint sind 3 g Kreatin. 3,4 g Kreatin-Monohydrat liefern etwa 3 g Kreatin. Bei Mischprodukten und Gummies lohnt deshalb der Blick aufs Etikett, wie viel Kreatin die Tagesportion wirklich enthält.

Welche Form ist die richtige?

  • Kreatin-Monohydrat: die Standardform, die in fast allen Studien verwendet wurde. Günstig, geschmacksneutral, gut löslich, wenn es fein gemahlen ist.
  • Sonderformen wie Kreatin-HCl, gepuffertes Kreatin (Kre-Alkalyn) oder Ethylester: meist teurer, ein Vorteil gegenüber Monohydrat ist laut ISSN nicht belegt.
  • Darreichung: Pulver, Kapseln, Sticks oder Gummies – der Wirkstoff ist derselbe. Unterschiede gibt es bei Preis pro Tagesportion, Zutaten (z. B. Zucker in Gummies) und Bequemlichkeit.

Welche Produkte wir verkostet haben und wie sie abschneiden, zeigt unser Kreatin-Vergleich.

Wann und wie nehme ich Kreatin ein?

Kreatin wirkt über gefüllte Speicher, nicht als kurzfristiger Kick. Deshalb gilt: jeden Tag nehmen, auch an trainingsfreien Tagen. Ob morgens, nach dem Training oder abends, ist zweitrangig. Viele rühren es aus Gewohnheit in den Proteinshake, in Saft oder Wasser.

Trink über den Tag ausreichend. Bewahre das Pulver trocken und gut verschlossen auf – Kreatin klumpt bei Feuchtigkeit.

Kombinationen

  • Protein: Kreatin und ein Proteinshake lassen sich problemlos zusammen trinken – praktisch, kein Muss.
  • Kohlenhydrate: Laut ISSN kann die Aufnahme in die Muskeln zusammen mit Kohlenhydraten oder Protein etwas besser sein. Für die Praxis reicht es, Kreatin zu einer Mahlzeit zu nehmen.
  • Booster: Einige Pre-Workout-Booster enthalten bereits Kreatin. Zähl beide Etiketten zusammen, damit du nicht unnötig doppelt dosierst.

Nebenwirkungen und Risiken

  • Gewicht: In den ersten Wochen steigt das Körpergewicht oft um 1–2 kg, weil der Muskel mehr Wasser speichert. Das ist zu erwarten und kein Fettzuwachs.
  • Verträglichkeit: Große Einzelportionen (z. B. 10 g auf einmal) können den Magen belasten. Verteile die Ladephase auf mehrere kleine Portionen.
  • Nieren: Bei gesunden Menschen sind laut aktuellen Übersichtsarbeiten (Kreider 2017, Antonio 2021) keine schädlichen Effekte auf die Nieren belegt. Kreatin erhöht aber den Laborwert Kreatinin – sag deiner Ärztin oder deinem Arzt bei einer Blutuntersuchung, dass du Kreatin nimmst. Bei bestehender Nierenerkrankung nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Haarausfall: Die Sorge geht auf eine einzelne Studie von 2009 zurück, die einen Anstieg des Hormons DHT fand. Belastbare Belege, dass Kreatin Haarausfall verursacht, gibt es nicht.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Dazu fehlen belastbare Daten am Menschen – nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Die empfohlene tägliche Verzehrmenge auf der Packung nicht überschreiten.

Kreatin bei More Nutrition und ESN

Die Angaben stammen aus Herstellerunterlagen und können sich ändern – maßgeblich ist das aktuelle Etikett.

  • ESN Ultrapure Kreatin ist laut ESN reines Kreatin-Monohydrat, neutral oder aromatisiert (z. B. Fizzy Orange, Herbst 2025). Für die aromatisierte Sorte nennt ESN 4 g Pulver auf 100 ml Wasser. ESN bietet Kreatin außerdem als Kapseln, Sticks und Gummies an.
  • ESN Kreatin Gummies: Vier Gummies enthalten laut ESN 3,4 g Kreatin-Monohydrat, also 3 g Kreatin.
  • More Nutrition führt ein Creatine Powder sowie Sticks mit Kreatin und Carnitin. Bei Kombiprodukten zählt für den Claim nur die Kreatinmenge je Tagesportion – sie steht auf dem Etikett.

Passende Produkte von More Nutrition und ESN

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Automatisch zugeordnet über Produkttyp und Inhaltsstoff, sortiert nach Passung und Suppligator-Score. Die zugelassenen Aussagen in diesem Artikel beziehen sich auf den Nährstoff, nicht auf einzelne Produkte. Ob ein Produkt die Bedingungen (z. B. Menge je Tagesportion) erfüllt, steht auf dem Etikett.

More Nutrition

ESN

Häufige Fragen

Brauche ich eine Ladephase?

Nein. Mit 3–5 g pro Tag sind die Speicher nach etwa drei bis vier Wochen gefüllt. Eine Ladephase mit rund 20 g pro Tag für fünf bis sieben Tage macht das schneller, das Ergebnis ist am Ende gleich.

Muss ich Kreatin auch an trainingsfreien Tagen nehmen?

Ja. Kreatin wirkt über gefüllte Speicher. Nimm deine Tagesportion deshalb jeden Tag, die Uhrzeit ist zweitrangig.

Ist Kreatin-Monohydrat besser als andere Formen?

Monohydrat ist die am besten untersuchte Form und meist die günstigste. Für teurere Sonderformen wie Kreatin-HCl ist laut ISSN kein Vorteil belegt.

Macht Kreatin dick?

Nein. Die Gewichtszunahme von oft 1–2 kg in den ersten Wochen kommt von Wasser, das im Muskel gespeichert wird, nicht von Fett.

Schadet Kreatin den Nieren?

Bei gesunden Menschen sind laut aktuellen Übersichtsarbeiten keine schädlichen Effekte belegt. Kreatin erhöht aber den Laborwert Kreatinin. Bei Nierenerkrankungen oder auffälligen Werten vorher ärztlich abklären.

Ist Kreatin für Veganer sinnvoll?

Pflanzliche Lebensmittel enthalten praktisch kein Kreatin. Kreatin-Monohydrat wird in der Regel synthetisch hergestellt; ob ein Produkt vegan ist, steht auf der Packung.

Quellen

  1. Kreider RB et al. (2017): ISSN Position Stand – Creatine supplementation, JISSN 14:18 – Dosierung, Ladephase, Sicherheit, Formen
  2. Antonio J et al. (2021): Common questions and misconceptions about creatine supplementation, JISSN 18:13 – Nieren, Haarausfall, Gewicht
  3. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben – Claim Schnellkraft (3 g/Tag)
  4. Durchführungsverordnung (EU) 2017/672 – Kreatin und Muskelkraft bei Erwachsenen über 55 Jahren – Claim 55+
  5. EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben – Wortlaut und Bedingungen
  6. Examine: Creatine – unabhängige Studienübersicht (englisch)
  7. Herstellerangaben ESN (Schulungs- und Produktunterlagen, Stand 01/2024 und 09/2025) – Dosierempfehlung, Kreatin in Lebensmitteln, Gummies

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2026 · So arbeiten wir

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